Lasst Roboter lernen

Endlich – keine langweilige Routine mehr, keine Fleißarbeit mehr, und nie wieder mühsam etwas lernen! Endlich – die Digitalisierung breitet sich aus, die künstliche Intelligenz wird immer findiger und bald können wir den Alltagstrott und die Mühen unseres Daseins den Robotern überlassen. Endlich – nie wieder aus den Ferien heimkommen und nie wieder an die Arbeit zurückkehren.
Ich erwache ruckartig aus dem Tagtraum – ist das wirklich das Paradies auf Erden oder einfach der End-Urlaub-Frust? Oder ist es gar ein mögliches Zukunftsszenario?
Sind denn die Roboter schon so weit, dass sie uns die Mühen des Alltags abnehmen können? Können die Roboter denn schon den Menschen ersetzen?
Nun ja, für GBP 1’500 können wir Pepper erwerben – einen smarten japanischen Roboter, der uns die Altenpflege abnehmen soll oder unsere Babys sitten.

Würden Sie Ihr Baby – dieses allersüßeste Geschöpf auf Erden – ihm überlassen? Oder in ein paar Jahren selbst von ihm betreut werden wollen?

Mein Baby – niemals! Ich selbst … je nach Gebrechen wäre mir das vielleicht sogar lieber…
Noch lernt der Roboter ja das Pflegehandwerk, und er wird rasch besser.

Nun, meinen Beruf wird er nicht wegrationalisieren. Schließlich braucht es ja ein Hochschulstudium, um Computer zu programmieren, nicht wahr? Oder eben nicht mehr lange, siehe Deep Coding oder wie die Computer lernen, sich selbst zu programmieren.

Na ja, programmieren ist ja eigentlich auch eine Routinetätigkeit, dann werde ich halt Autorin und verfasse Best-Sellers. Kreativität und menschliche Sprache, das können nur wir Menschen. Weit gefehlt – das ist ein sehr aktives Forschungsfeld: Im Callcenter wird uns zunächst ein Roboter – also ein Bot – antworten und bei Standardfragen weiterhelfen. Wenn die Bots das dann perfekt beherrschen, dann werden sie auch beginnen, Romane zu verfassen. Und es wird nicht lange dauern und die Romane werden sogar einen Spannungsbogen haben und wir werden sie kaufen und lesen.

Das selbstfahrende Auto gibt es ja schon – (endlich: nie wieder rückwärts einparken) und die kriegsführende Drohne gibt es auch schon. Auch die Drohne, welche andere Drohnen zerstört (endlich: nie wieder in den Krieg ziehen – das überlassen wir getrost den Drohnen).

Die Bots können schon bald miteinander reden und die Bots können dann gegenseitig ihre Bücher lesen. Die Roboter können sich auch gegenseitig pflegen, pardon – reparieren, und vielleicht werden die Roboter dann auch Ferien machen wollen. Und da werden wir sie wieder treffen und uns anhören, wie sie sich über die Routine im Alltag beklagen. Wir haben ja keinen Alltag mehr und geniessen längst den Dauerurlaub.

Ich schrecke hoch (schon wieder). Das ist ja Horror – wo soll das enden?
Kein Problem, meint Jürgen Schmidhuber, der als Vater der modernen Künstlichen Intelligenz gilt, – die Roboter werden sich für die Menschen nicht mehr interessieren, als dass die Menschen sich für ein Zebra interessieren. Eine andere Spezies halt. Und dann werden die Roboter den Planeten verlassen. Und dann werden wir endlich Ruhe haben, der Alltag wird wieder einkehren und wir werden dafür sorgen müssen, mit unserer kostbaren Lebenszeit doch etwas Sinnvolles anzufangen.

Ob wir einen Learning-Nugget hätten, jetzt mitten in der Sauregurkenzeit? Eigentlich nein. Ich begebe mich zurück in die Ferien, schmiere noch etwas Sonnencreme ein und räkle mich in der Sonne, gebe Pepper ein Zeichen und er bringt mir einen weiteren Drink an den Pool. Dauerferien – herrlich! Lernen tue ich nach den Ferien wieder (freue mich schon drauf).

Ist ScrumMaster ein Beruf?

Zwei Tage hat der Zertifikatskurs gedauert: Viele nette Leute kennen gelernt, Unmengen an Papierfliegern gefaltet, die Scrum-Rituale durchgespielt, die Rechnung bezahlt und ich bin ScrumMaster!

Wirklich? Kann das jeder so machen?

Das wirft die grundsätzliche Frage auf, was eine Tätigkeit zu einem Beruf macht. Wikipedia hilft weiter:

«Ein Beruf ist die im Rahmen einer arbeitsteiligen Wirtschaftsordnung aufgrund besonderer Eignung und Neigung systematisch erlernte, spezialisierte, meistens mit einem Qualifikationsnachweis versehene, dauerhaft und gegen Entgelt ausgeübte Betätigung eines Menschen. Der Begriff ist abzugrenzen vom umgangssprachlichen Ausdruck Job, der eine Erwerbstätigkeit bezeichnet, die nur vorübergehend ausgeübt wird oder nicht an eine besondere Eignung oder Ausbildung gebunden ist.»

Das stelle zwar die Situation in Deutschland dar, doch bisher habe ich das in der Schweiz nicht anders wahrgenommen.

Systematisch erlernt, spezialisiert und mit Qualifikationsnachweis versehen – Voilà – in meinen zwei Tagen ScrumMaster-Kurs war schon viel System drin. Doch kann ich unter «Beruf» in Zukunft wirklich ScrumMaster schreiben und mich als ScrumMaster bewerben?

Die Berufsberatung muss es doch wissen. Ich lese nach unter berufsberatung.ch, und da wird ScrumMaster tatsächlich als Beruf geführt. Unter Ausbildung erfahre ich:

«IT-Ausbildung auf Niveau berufliche Grundbildung oder höhere Berufsbildung oder Hochschule und Weiterbildungskurs Scrum»

Aha – das Minimum an Ausbildung ist also eine Lehre als Informatiker EFZ und dann die Zwei-Tage-Schnellbleiche.

Reicht das jetzt aus, um beruflich als ScrumMaster tätig zu sein und vom Scrum-Team auch ernst genommen zu werden?

Vielleicht gibt es ja solche Ausnahmetalente, das möchte ich nicht in Abrede stellen, doch ich habe meine Zweifel.

Ich frage im Kollegenkreis, was einen Berufs-ScrumMaster ausmache. Man ist sich einig: Alle haben eine solide Informatiker-Ausbildung, möglichst – aber nicht unbedingt – auf Hochschul-Niveau. Das ist unerlässlich, um das Team zu verstehen und dieses besteht ja typischerweise aus Software-Entwicklern und Software-Ingenieuren.

Doch ein ScrumMaster braucht noch mehr: eine grosse Affinität zum «Business», um zwischen End-User und Entwickler vermitteln zu können, psychologisches Gespür, viel Verhandlungsgeschick und Fingerspitzengefühl. Ein gesundes Selbstwertgefühl, sowie ein starkes Rückgrat, um selbst nicht unterzugehen, sind unerlässlich. Und viel, viel Erfahrung – gerade dann, wenn agiles Vorgehen im Unternehmen neu ist.

Gibt es denn dazu eine systematische Ausbildung (ich erinnere an Wikipedia)? Nein, denn sonst würde sie schon längst angeboten, würde mehrere Jahre dauern und viel, viel Geld kosten.

Wie sieht es denn mit anderen Informatiker-Berufen aus? Datenbank-Administrator, beispielsweise? Wie wird man DBA? Gibt es da eine systematische Ausbildung, die zu diesem Beruf hinführt? Berufsberatung.ch hilft wieder weiter.  Unter Ausbildung zum DBA steht da:

«In der Regel berufliche Grundbildung als Informatiker und gute Kenntnisse in der Arbeit mit Datenbanken.»

Hmm, das erinnert doch an den ScrumMaster, oder? Ich forsche weiter und suche nach Software-Entwickler und finde Software-Ingenieur. Das steht unter Ausbildung:

«Studium an einer Fachhochschule oder Universität / ETH».

Man studiert also Informatik, so gut wie es geht: HF, FH, Uni etc., mit Abschluss BSc, MSc etc., und dann schlüpft man in die Rolle eines DBA, eines ScrumMasters, eines Software-Ingenieurs. Man wird typischerweise im Laufe der Karriere mehrere solcher Rollen einnehmen. In meinem Fall reichen die Finger beider Hände nicht mehr, um all meine bisherigen Rollen aufzuzählen (ich bin halt schon ein Fossil).

Doch halt: Kann jeder, der Mal Informatik studiert hat, jederzeit in jede Rolle schlüpfen?

Ich meine nein, denn dazu gehört auch eine ständige Weiterbildung und Spezialisierung «on the job», sei es mit einer ScrumMaster-Schnellbleiche, oder aber man bereitet sich auf neue Rollen mit einem CAS oder DAS oder MAS an einer Hochschule vor. Mit informeller Weiterbildung, beispielsweise durch den Besuch von Fachanlässen oder virtuellen Veranstaltungen [1] streckt man die Fühler aus gegenüber ständigen Veränderungen, denen das Informatiker-Dasein unterworfen ist.

Mein Fazit:
Wer Informatiker ist und bleiben will, der kommt um lebenslange Weiterbildung nicht herum. Wer als Arbeitgeber gute Informatiker haben und behalten will, kommt nicht darum herum, diesen die lebenslange Weiterbildung zu ermöglichen und sie dabei zu unterstützen. Und seien es nur zwei Tage ScrumMaster-Kurs, um die Rituale durchzuspielen und viele nette Leute kennenzulernen.

 

P.S.: Wie ich gerade erfahre, entstehen jetzt erste Hochschulangebote:

 

[1] Wie zum Beispiel auf unserer öffentlichen und frei zugänglichen CoLearning-Plattform: http://co-learning.org

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Flipped Classroom und der Lerncoach in der digitalisierten Ausbildung

Selbst das Lernen hat vor der Digitalisierung nicht Halt gemacht. Die neuen multimedialen Möglichkeiten eröffnen wunderbare Lernformen. Hier ein Erklärvideo, dort ein Online-Lehrgang. Information ist schnell recherchiert.

Was als neue Chance erscheint, mutet oft wie Wildwuchs an. Lebenlanges Lernen ist angesagt. Doch ist Selbstbedienung im Internet wirklich die Lösung? Und welche Fähigkeiten sollten wir entwickeln und letztendlich der nächsten Generationen eröffnen, damit das lebenslange Lernen ermöglicht wird?

Wer rastet, der rostet – als nebenamtliche FH-Dozentin (IT insbesondere BigData-Technologien), treffe ich gerade in Weiterbildungskursen hin- und wieder auf Studierende, die beruflich vor 20 Jahren stehen geblieben sind, den Job verloren haben und jetzt versuchen, mit einem CAS-Kurs schnell mal die entstandenen Lücken zu füllen. Das ist nicht unmöglich, doch der Aufwand ist gigantisch. Nicht nur die entstandene fachliche Lücke ist zu schliessen, auch die neuen Lernformen müssen zuerst erlernt werden.

Die neuen didaktischen Ansätze fordern neben den Studierenden und Dozierenden an den Hochschulen auch die Schüler, deren Eltern und die Lehrpersonen in allen Schulstufen heraus.

Faktenwissen ist leicht beschafft

Die Zeiten sind vorbei, in denen der allwissende Lehrer vor der Klasse stand und Wissen in die Köpfe paukte. Viele alternative Informationsquellen stehen offen, in denen sich Schüler und Studierende jederzeit bedienen können. Faktenwissen ist schnell zur Hand. Doch Faktenwissen ist nicht mehr in gleichem Masse gefragt, wie noch vor 20 Jahren.

Heute muss jedermann in der Lage sein, sich Faktenwissen mit Hilfe der neuen Medien bei Bedarf zu beschaffen. Das ist doch einfach, sollte man meinen. Dazu ein Histörchen: Vor ein paar Jahren fragte mich ein mir bis dahin unbekannter Student an, er möchte eine MAS-Thesis in Medizininformatik zu einer Fragestellung in seinem Unternehmen schreiben. Es ging um eine immer langsamer laufende Datenbankanwendung, und man hatte ihn ermuntert, neue Datenbanken zu evaluieren. Er sagte mir, er würde dazu keine Informationen finden und er hätte doch schon überall gesucht. Wie ist das möglich? NoSQL-Datenbanken sind doch in aller Infomatiker Munde und wurden zu dieser Zeit gerade gehyped?

Orientierungsvermögen im Internet-Dschungel

Bald wurde mir klar, warum er keine Information dazu fand: Für ihn waren NoSQL-Datenbanken Neuland – im wahrsten Sinne des Wortes. Dazu ein Vergleich:

Was tut der Tourist, wenn er eine unbekannte Stadt besucht? Er macht sich mit der Stadt vertraut. Dazu orientiert er sich an den Städten, die er kennt. Beispiel: Um eine längere Distanz zurückzulegen, braucht man beispielsweise einen Bus. Wie also sieht das Busnetz aus, wie sieht der Fahrplan aus und wie kauft man ein Billet?

Dass man einen Bus nehmen kann, weiss der Tourist aus Erfahrung. Ähnlich verhält es sich mit einem neuen Wissensgebiet. Ohne Grundlagen und ohne Erfahrung wird man keine Anknüpfungspunkte finden, um im Internet neues Faktenwissen zu recherchieren, sich zu orientieren und zurecht zu kommen.

Neue Lehr- und Lernformen in der digitalen Welt

Und gerade das ist die Herausforderung an die Aus- und Weiterbildung. Faktenwissen ist schnell beschafft. Die Erfahrungen um Anknüpfungspunkte zu finden, muss man als Lernender zuerst selbst machen. Das kann keine Lehrperson übernehmen und schon gar nicht, indem sie gescheit über eigene Erfahrungen und Weltbilder redet.

Was heisst das jetzt für modernen Unterricht? Fakten beschaffen, Bücher lesen, Videos schauen, das kann man auch ausserhalb der Schulstube erledigen. Die moderne Lehrperson wird den Unterricht umdrehen. Flipped Classroom heisst der Ansatz, manchmal ist auch von inverted Classroom die Rede: Die Studierenden erhalten Arbeitsaufträge, die vor dem Unterricht auszuführen sind. Lektüre, Videos erarbeiten. Die Unterrichtszeit wird jetzt dazu genutzt, praktische Erfahrungen zu sammeln. Es ist kostbare Zeit – alle haben den Termin reserviert und sind unter Umständen weit gereist, um anwesend zu sein. Und diese kostbare Zeit kann zielführend genutzt werden, indem Workshops durchgeführt werden, in denen die Studierenden das praktisch anwenden, was sie vor dem Unterricht in der Theorie erarbeitet haben und so eigene Erfahrungen sammeln.

Lehren neu lernen

Eine grosse Herausforderung für die Lehrperson: Sie mutiert jetzt zum Lerncoach, steht nicht mehr im Zentrum der Aufmerksamkeit, sondern stellt das Material zusammen, stellt Workshops zusammen mit praktischen Herausforderungen und hilft den Lernenden individuell weiter.

Eine grosse Herausforderung auch für die Studierenden: Noch immer ist in den Köpfen drin, dass man sich im Unterricht von der Lehrperson „berieseln“ lässt und sich anschliessend im stillen Kämmerchen die Zähne an den Aufgaben ausbeisst. Flipped Classroom fordert Disziplin, die Materialen vor dem Unterricht zu erarbeiten. Die Mühe wird belohnt, denn so kann während des Unterrichts erreicht werden, während der praktischen Arbeit mit dem Fachgebiet, die Fragen an den Experten zu stellen und zu lernen, sich zusätzliches Faktenwissen selbst zu beschaffen.

So wie der Tourist: wenn er noch nie von einem Tram gehört hat, dann wird er vielleicht vergeblich einen Bus suchen. Bis er jemanden fragt, der ihm dann erklärt, dass er mit dem Tram reisen soll.

Flipped Classroom gehört auch in die Grundschule. Die kommende Generation wächst ja mit dem Internet auf und muss befähigt werden, den Weg durch den Dschungel der Informationsmöglichkeiten zu finden und gefundene Faktenwissen in den eigenen Erfahrungen zu verankern. Und da müssen wir dafür sorgen, dass die jungen Leute eine passende Grundlage erhalten, auf die sie aufbauen können.

Fazit

Der Lerncoach zeigt den Weg und gibt idealerweise auch das Werkzeug in die Hand, den Weg durchs Dickicht selbst zu schlagen.

P.S.: Besagter Student hat übrigens ein anderes Thema gefunden, wo er sich auf vertrautem Terrain bewegte und in dem er seinen Abschluss machen konnte.

PPS: Wie seht ihr das? Wir freuen uns über Rückmeldungen auf der CoLearning-Plattform und bedanken uns schon im Voraus für jeden Kommentar im

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Lern-Duell Mensch versus Maschine

Kürzlich hörte ich im Tram folgender Gesprächsfetzen zwischen zwei jungen Erwachsenen: „Hast Du Dich schon für Deinen Traum-Job als Kreditspezialist beworben?“ „Nein, ich habe mich anders entschieden, weil dieser Job gemäss Zukunftsforscher mit über 90% Wahrscheinlichkeit von Robotern übernommen wird“.

Wow, dachte ich – offenbar ist die prognostizierte Automatisierungswelle in Bereichen, die bislang den Menschen vorbehalten waren, bei der „Digital Native“ Generation schon als Fakt akzeptiert. So wie einst das Handwerk von der industriellen Produktion abgelöst wurde, stehen nun auch wissensbasierte Berufe vor der Übernahme durch den Computer.

Ist es nur noch eine Frage der Zeit, bis uns Kollege Roboter auch in unseren menschlichen Parade-Disziplinen wie komplexe Kombinatorik, visuelle Wahrnehmung, räumliches Denken oder Geschicklichkeit verdrängt? Müssen wir uns langsam damit abfinden, dass Maschinen schneller lernen und besser entscheiden als wir Menschen?

Der Mensch denkt, die Maschine lenkt

Ich arbeite schon seit geraumer Zeit im Finanzbereich als Informatiker. Unsere Computer können eigentlich primär  das, was wir Menschen ihnen einprogrammiert haben: anhand von Regeln werden (Geschäfts-)Situationen beurteilt und automatische Entscheide getroffen, um damit Arbeitsabläufe zu automatisieren. Die Maschinen erledigen für uns die langweilige Fliessbandarbeit. Das Abhängigkeitsverhältnis ist klar definiert: der Mensch steuert die Maschinen! Aus Sicht der Informatik lauert die einzige Gefahr bei den kostengünstigeren Software-Entwicklungsangeboten aus Billiglohn-Ländern.

Für die Bänkler stellt sich jedoch eine ganz andere Herausforderung: auch im Finanzbereich ist der Trend zur Implementierung der nächsten Automatisierungsstufe ein Thema: die starre Programmierlogik weicht zusehends einem neuen Programm-Muster, bei dem Maschinen – ähnlich wie Kinder – durch Nachahmen stetig dazulernen (u.a. aufgrund Analysen von riesigen Datenmengen). Maschinen lernen mit komplexeren Aufgabenstellungen umzugehen und sind in der Lage intelligente, situationsgerechte Entscheidungen zu treffen. Stellt der Kreditspezialist eine Ausnahme dar oder stehen auch andere Berufsbilder vor der Ablösung durch eine maschinelle Superintelligenz?

Maschinen beginnen zu denken

Eigentlich hat der Trend der Verschmelzung von Mensch und Maschine schon längst begonnen: die Maschinen werden menschen-ähnlicher (z.B. mittels Artificial Intelligence oder Machine Learning) und gleichzeitig werden die Menschen immer maschinen-ähnlicher (z.B. Neuroprothesen). Wir Menschen stehen also seit geraumer Zeit im direkten Lern- und Leistungs-Zweikampf mit den Maschinen. Beide wollen in Zukunft schnellere, bessere und nachhaltigere Entscheidungen treffen. Intelligenter wäre es allerdings, anstatt gegen – mit den Maschinen zusammenzuarbeiten, um die menschliche Intelligenz und Lernfähigkeit symbiotisch mit den Maschinen zu vereinen.

Wer hat die Nase vorn?

Maschinen sind uns in einigen Disziplinen schon heute überlegen: sie arbeiten viel kostengünstiger (bis zu Faktor 10), fehlerfreier, rund um die Uhr, können schneller mit enormen Datenmengen umgehen oder gar Schach und Go spielen. Hat die Maschine uns Menschen bereits abgehängt?

Diese Frage stellte man sich schon im 1950! Damals wollte Alan Turing feststellen, ob eine Maschine dem Menschen ein gleichwertiges Denk, Lern- und Entscheidungs-Vermögen entgegenstellen kann. In seinem Test führt ein Mensch ohne Sicht- und Hörkontakt mit zwei ihm unbekannten Gesprächspartnern eine Unterhaltung (der eine ist ein Mensch, der andere eine Maschine). Wenn nach der Befragung der Mensch nicht in der Lage ist zu entscheiden, wer der Mensch und wer die Maschine war, wäre das ein Beweis für ein ebenbürtiges Denkvermögen.

Menschen können es besser

Und hier ist die gute Nachricht: noch können die Computer gegenüber uns Menschen im Bezug auf die Interpretation der Sprache, komplexen Zusammenhängen, Musik, Bilder, Videos und Empathie nicht das Wasser reichen – aber die Resultate der Computer verbessern sich jedes Jahr unaufhaltsam.

Bleibt also die Frage, ob und wie wir Menschen auch in Zukunft die Kontrolle über die Maschinen behalten können (siehe dazu auch OpenAI). Hier sind ein paar Ideen, wie wir die natürliche Intelligenz besser nutzen könnten:

  • Die menschliche Kreativität ist noch ungeschlagen: selbst wenn heute Computer auch Bilder malen und Lieder komponieren können, basiert dies immer auf der Analyse von bestehenden Werken, also  historischen Informationen. Wirklich neue Dinge erschaffen, und sie auf ihre Nützlichkeit hin zu überprüfen, können wir Menschen effizienter. Fördern wir deshalb gezielt unsere Kreativität!
  • Menschen denken selbständig und können daraus sinnvolles Handeln ableiten. Maschinen müssen darauf zeitintensiv und aufwändig trainiert werden (ein Kind kann nach einmaligem Zuschauen selbst eine Pizza machen – bei der maschinellen Reproduktion ist das signifikant komplizierter und aufwändiger)
  • Angst lähmt; lernen wir von der Aikido Philosophie und setzen die Kraft/Stärken der Maschinen für unsere Zwecke ein – so wie wir zum Beispiel das Antiblockier-System in den Autos zum eigenen Vorteil nutzen
  • Wir können unsere „Software“ (Wissen) eigenständig und laufend erweitern und den veränderten Rahmenbedingungen anpassen. Wenn man mit „veralteter Software“ herumläuft, dann hat man vermutlich die Chance zur Aus- und Weiterbildung nicht genügend wahrgenommen. Wir haben komfortable „Update on Demand“ Selbstbedienungs-Lernkioske eingerichtet (z. B. dank unseren eLibraries [1]), die allen zeit- und orts-unabhängige zur Verfügung stehen
  • Unsere „Hardware“ ist nicht davon abhängig, dass sich die Leistungsfähigkeit alle 2 Jahre verdoppelt (Moore’s Law). Die Natur hat gut vorgesorgt, weil unser Gehirn die Leistungssteigerung bereits inhärent mit mehr als 100 Billionen Synapsen unterstützt – auch wenn wir heute nur einen Bruchteil davon nutzen

Ich sehe dem Verlauf des Lern-Duell’s Mensch und Maschine und der steigenden Automatisierung zuversichtlich und entspannt entgegen. Ich freue mich darauf, dass immer mehr Routinearbeiten von Maschinen übernommen werden, so dass wir uns intensiver mit den wirklich spannenden Themen auseinandersetzen können. Das gilt insbesondere auch für die neue Generation von (Arbeits-)Robotern, die ich nicht als Job-Killer betrachte.

Auch heute gehe ich nicht in das Restaurant mit der schnellsten Bedienung und den günstigsten Preisen, sondern primär dorthin, wo ich mich wohl fühle – und da spielt die empathische Kommunikation mit Menschen eine grössere Rolle, als tiefe Kosten und maschinenschnelle Bedienung. Das Menschliche bleibt uns erhalten – wenn wir es wollen.

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[1] Wie zum Beispiel auf unserer öffentlichen und frei zugänglichen CoLearning-Plattform: http://co-learning.org

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Lerne lebenslang zu lernen!

Als agiler Coach bin ich oft in Unternehmen verschiedenster Couleur unterwegs. Ich begegne Personen, die ständig am Lernen sind. Sie gehen auf andere zu und holen sich sozusagen das Wissen ab. Sie scheuen keine Herausforderung. Sie verändern sich manchmal auch, indem sie eine neue Rolle im Unternehmen einnehmen und betrachten dies nicht als Grund für eine Blockade, sondern als Chance ihrem “Rucksack” an Erfahrungen ein neues “Werkzeug” hinzuzufügen.

Leider sind diese Mitarbeiter in der Minderzahl.

Ein grösserer Teil der Mitarbeiter steht veränderten Anforderungen passiv gegenüber. Veränderung wird von diesen Mitarbeitern im schlechtesten Fall bekämpft, oder erduldet, im besten Fall geduldet. Es gibt den berühmten Rückzug in den eigenen Garten tatsächlich. Und es scheint, als ob die ältere Generation stärker die Tendenz dazu hat, sich auf einem Spezialgebiet einzuigeln und diese Stellung auf Gedeih und Verderb zu verteidigen.

Liegt es an den Unternehmen, wenn Mitarbeiter sich nicht weiterbilden? Interessanterweise beobachte ich, dass durchaus Angebote innerhalb von Unternehmen bestehen, die Mitarbeiter in Anspruch nehmen könnten. Manchmal wird den Mitarbeitern sogar ein halber bis ganzer Tag pro Woche an Zeit zur Verfügung gestellt, damit sie sich weiterbilden können, und dies bei voller Freiheit bezüglich der Themen, die sie vertiefen wollen.

Doch diese Angebote werden selten genutzt. Was sind die Ursachen dafür?

Da Zeitmangel als prominenter Grund, aufgrund der vorherigen Ausführungen, oft wegfällt, wollen wir uns mit folgenden möglichen Gründen etwas genauer befassen:

  • Persönliche Rahmenbedinungen sind schwierig
  • Bequemlichkeit
  • Desinteresse

Persönliche Rahmenbedinungen sind schwierig

Wenn die persönlichen Rahmenbedingungen nicht stimmen (z.B. bei Krankheit in der Familie, Sorge um ältere Angehörige, finanzielle Sorgen oder Stress am Arbeitsplatz), dann ist es schwierig, sich weitsichtig zu geben und in die persönliche Weiterbildung zu investieren, selbst wenn der Arbeitgeber einem Freiraum während der Arbeit zugesteht.

Bei Stress am Arbeitsplatz werden viele Mitarbeiter die eingeräumte Zeit nicht in Anspruch nehmen, sondern lieber versuchen ihren Berg an Arbeit abzubauen. Diese Rahmenbedingungen sind relativ schwer veränderbar. Ein Ausweichen auf Zeiten, während denen man trotzdem Raum zur Weiterbildung findet, z.B. später am Abend von zu Hause aus auf einer Onlineplattform [1], kann eine mögliche Alternative darstellen.

Bequemlichkeit

Ich muss es eingestehen, manchmal habe ich einfach keine Lust. Alles läuft rund, privat habe ich keinen Stress, verdienen tu ich genug und die Liste meiner Hobbies ist ergiebig. Mich aufzuraffen und wieder die sprichwörtliche “Schulbank zu drücken” und sei es nur für eine paar Stunden pro Woche scheint mir im Moment überflüssig. Kommt noch ein möglicher längerer Anfahrtsweg hinzu, dann geht mir die Kosten-/Nutzengegenüberstellung nicht auf. Vielen ergeht es sicher ebenso.

Desinteresse

Zugegeben, objektiv betrachtet ist es noch nicht lange her, als es genügte eine initiale Ausbildung mit Abschluss zu absolvieren, dann ins Berufsleben einzusteigen und anschliessend 30 Jahre sorgenlos Geld zu verdienen. Diese Zeiten sind endgültig vorbei. Technologien verändern sich in immer schnelleren Zyklen, Berufsgattungen sterben (es gibt schweizweit nur noch eine Lehrstelle für den Beruf des Küfers). Es reicht nicht mehr sich mit COBOL als Programmiersprache zu befassen (obwohl noch einige wenige hochbezahlte Stellen zu besetzen wären). Neuen Technologien, Trends und Entwicklungen die kalte Schulter zu zeigen, kann sich heute keiner mehr leisten, obwohl dies einige noch nicht verstanden haben.

Fazit

Die Digitalisierung des Lernens kann bei allen drei genannten Gründen helfen, damit das Lernen nicht unter den Tisch fällt und man während seiner späteren Jahren merken muss, dass das Leben an einem vorbeigerauscht ist.

  • Wenn die persönlichen Rahmenbedingungen schwierig sind, kann eine virtuelle Lernumgebung es erleichtern, doch noch die Zeit und Musse zu finden, um sich Wissen anzueignen.
  • Auch im Falle der Bequemlichkeit kann die virtuelle Lernumgebung ermöglichen z.B. Reisezeiten mit Lernen zu verbinden oder ohne Stress von zu Hause aus in einem sozialen Netzwerk von gleichgesinnten Lernwilligen neues Gedankengut mit geringstem Aufwand aufzunehmen.
  • Bei Desinteresse ist es angebracht einmal vertieft über seine persönliche Situation nachzudenken und sich plastisch vorzustellen, wo man in 5 Jahren in der Arbeitswelt und privat sein möchte. Kann man sich ohne finanzielle Probleme aus dem Arbeitsleben zurückziehen, dann sollte man das tun. Falls dies nicht der Fall ist, dann ist es an der Zeit einen neuen Anlauf zu nehmen und die erstaunliche Gabe unserer Gehirnmasse für die nächsten paar Jahre fit zu machen.

So halten wir es am Besten mit Konfuzius, der gesagt haben soll: “Wer täglich weiß, was ihm noch fehlt und monatlich nicht vergißt was er kann, der kann ein das Lernen Liebender genannt werden.“.

Was meint Ihr dazu? Wir freuen uns über Eure Rückmeldungen auf der CoLearning-Plattform. [2]


[1] Wie zum Beispiel auf unserer öffentlichen CoLearning-Plattform: http://co-learning.org

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Learning Nuggets: Bereit für den digitalen Klimawandel in der Ausbildung?

Die Informationstechnologie spaltet die Menschheit unbarmherzig in Digital Natives und Digital Immigrants (solche die sich erst im Erwachsenenalter  IT Wissen aneignen). Aber wenn wir an die Schulausbildung denken, existiert diese Zwei-Klassen Gesellschaft nicht wirklich. Die Lernmethoden haben weder in der Primar- noch in den höheren (Fach-)Schulen oder Universitäten in den letzten Dekaden wesentlich geändert. Das sind gute Nachrichten: wir sitzen doch alle im denselben Boot! Mit den starren Lehrplänen ist ohnehin niemand glücklich und die Zeiten der stereotypen Aufforderungen „schlage das Buch auf Seite 27 auf und löse die nächsten 10 Aufgaben“ sind endlich vorbei. Die klassische Schule bereitet uns zwar gut auf die Vergangenheit vor, aber viel zu wenig auf das Heute und Morgen.

Der Wechsel in den Schulen zu einem individuellen Stundenplan ist zwar vielerorts ein Thema, aber es wird wohl noch etwas länger bis zur flächendeckender Umsetzung dauern. Glück hat, wer die Schuljahre hinter sich hat – das tönt nach Vorteil für die Digital Immigrants! Geniessen wir die Freiheit, dass wir lernen können wann und wo wollen zu Themen, die uns im Moment gerade interessieren. Die zunehmende Digitalisierung des Wissens[1] öffnet uns effizientere und wirksamere Wege für die Wissensvermittlung. Modularisierung in kleineren Lerneinheiten ist Zauberbegriff für erfolgreiches Lernen – ganz spontan und ortsunabhängig, zum Beispiel wenn der Zug unerwartet Verspätung hat und man zur Überbrückung der Wartezeit am Bahnhof einen PodCast  schaut, wie man Stress mit Atemübungen kontrollieren kann :-).

Die zunehmende Fülle an digitalen Informationen, die uns via Internet zur Verfügung stehen wird unser Lernverhalten revolutionieren, genauso wie Amazon den Handel oder iTunes die Musikindustrie.

Der eine mag sich vielleicht das Wissen immer noch lieber traditionell durch das Lesen von Büchern und Hören von Vorträgen aneignen. Viele empfinden das aber zunehmend als unsoziale und langweilige Art des Lernens. Spannender ist die Wissensvermittlung in [virtuellen] Gruppen oder gar anhand von Spielen – beim letzterem geht dank des Spassfaktors sogar oft vergessen, dass man gerade am „Lernen“ ist. Mit “Minecraft” lernt man zum Beispiel, wie in einer komplexen Welt mit Ressourcen umgegangen werden kann – und das auf spielerische Art und erst noch ohne der Welt zu schaden.

Zukunft hat auch das invertierte Lernverhalten: der Lernstoff wird individuell im eigenen Tempo erarbeitet; in den virtuellen Gruppen kann man dann die noch offenen Fragen mit Gleichgesinnten diskutieren und die eigenen Lösungen/Denkansätzen mit den Kollegen vergleichen. Die kostbare Präsenzzeit gemeinsam mit der Lehrperson wird für praktische Übungen genutzt.

Digital Natives, die noch die Schulbank drücken müssen, werden sich wohl oder übel noch eine Weile mit starren Ausbildungsplänen herumschlagen müssen, aber alle anderen haben die Möglichkeit die eigene Aus- und Weiterbildung selbstständig über das Internet „on demand“ zu einem beliebigen Thema anzugehen. Der digitale Ausbildungs-Klimawandel – im Gegensatz zum klimatischen – birgt keine Gefahren in sich, sondern nur Chancen. Aber nur wer sie nutzt, nützt es!

Wie seht ihr das? Wir freuen uns über eure Rückmeldungen auf der CoLearning-Plattform. [2]


[1] Wie zum Beispiel auf unserer öffentlichen Learning-Plattform: http://Co-learning.org

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Learning Nuggets

Können Sie sich noch erinnern – an den mahnenden Finger von Eltern oder Lehrer, die uns mit ernster Miene belehrt haben: „was Hänschen nicht lernt, das lernt Hans nimmermehr!”?

Es mag ja sein, dass man in jungen Jahren schneller und einfacher lernt, aber zeitgemäss ist der Spruch definitiv nicht mehr. Die Welt dreht sich schneller und wir sind alle laufend gefordert, uns an die Neuerungen im Beruf und privaten Leben anzupassen. Glücklicherweise erleben wir das Um- und Weiterlernen oft gar nicht als klassischen Lernprozess – das geschieht so nebenbei. Lernen ohne zu pauken, das tönt doch gut!

Eigentlich gar nicht so abwegig, denn ein grosser Teil unseres Lernens, das wir laufend optimieren, geschieht unbewusst. Eine Sprache kann man lernen, indem man sich Wörter einhämmert und Grammatik büffelt – oder sich längere Zeit im entsprechenden Sprachraum aufhält.

Aber diese Chance hat ja nicht jeder – deshalb kann Lernen in gewissen Situationen auch eine Herausforderungen bleiben. Lernen wird aber zweifellos immer wichtiger und fordert uns heraus, Wege zu finden, um neues Wissen noch einfacher und effizienter zu gestalten und sich anzueignen.

Grund genug, hier eine ständige Kolumne einzurichten. Dabei wollen wir verschiedene Facetten des Lernens kurz beleuchten, wie zum Beispiel:

  • Wie man im wahrsten Sinn des Wortes spielend leicht lernen kann
  • Wie Lernen die Gehirnleistung steigert
  • Wie lebenslanges Lernen im digitalen Zeitalter aussehen kann
  • Das Lernen auch im Altersheim nicht aufhört
  • Wie man vom Schulmeister zum Lern-Coach mutieren kann
  • Wie die Technologie uns helfen kann, ort- und zeit-unabhängig zu lernen
  • Neue didaktische Methoden: vom Frontalunterricht zum “Flipped Classroom”

Gerade die IT ist untrennbar mit dem Lernen verbunden. Kein Wunder, das die swissICT tatkräftig zur Seite stand, um den nicht-kommerziellen Verein „Connective Learning“ aus der Taufe zu heben. Der Verein hat inzwischen mit dem CoLearning Space eine öffentlich zugängliche Plattform aufgebaut, wo IT Lern-Module kostenlos zur Verfügung gestellt werden. So ganz nach dem Motto „was Hänschen nicht lernt, kann Hans oder Vater Hans oder sogar Grossvater Hans zu jedem beliebigen Zeitpunkt noch lernen”.

Wussten Sie übrigens, dass es für lebenslagens Lernen sogar eine offizielle Definition gibt?

Das lebenslange Lernen umfasst, gemäss Definitionen der Europäischen Union*), sämtliche Lernformen, denen im gesamten Leben nachgegangen wird, um das eigene Wissen zu stärken und Kompetenzen zu erweitern.

Das Konzept des lebenslangen Lernens sieht einen möglichst breiten Einbezug der verschiedenen Altersgruppen vor, wobei davon ausgegangen wird, dass sich die verschiedenen Bildungsangebote ergänzen. In der Regel, wird zwischen formalem, nichtformalem und informellem Lernen unterschieden.

Wir freuen uns das Thema Lernen in dieser Kolumne gemeinsam mit euch weiterzuverfolgen. Eure Anliegen und Rückmeldungen erreichen uns über das Forum auf der CoLearning-Plattform (siehe Info-Box).

*)  Quelle: Lebenslanges Lernen, Kapitel 2, Definitionen

 

Info-Box

  • Nicht gewinn-orientierter Verein zur Förderung von lebenslangem Lernen: Connective Learning: http://connective-learning.org
  • Der CoLearning Space, unsere öffentliche Learning-Plattform: http://co-learning.org
  • Learning-Nugget Forum: haben Sie Anliegen, Vorschläge oder Rückmeldungen zu dieser Kolumne? Wir haben dazu eigens ein Forum eingerichtet: https://co-learning.org. Bei der Erstregistrierung führt der Enrolment-Key L-Nugget direkt zum Forum.