Kennt ihr den Service „GetAbstract“? Die Idee ist ebenso simple wie auch bestechend, denn das Konzept beruht auf einer kurzen schriftlichen Zusammenfassung der besten Sachbücher und Klassiker der Weltliteratur. Solange wir Menschen keine USB-Schnittstelle haben und uns für möglichst effizientes und schnelles Lernen interessieren, ist dies ein hervorragendes Angebot wie man auf wenigen Seiten, die Essenz von einem dicken Wälzer vermitteln kann. Nur gibt es diese Zusammenfassungen leider nicht für alle Bücher oder Themen.

Also doch das Fachbuch selbst lesen, alternativ nach einem Klassenkurs oder einem web-basierten Training  suchen? Wie auch immer – das Problem ist damit noch nicht gelöst. Selbst wenn man die Weiterbildung als wichtig erachtet, ist es für viele eine zunehmende Herausforderung, sich die notwendige Zeit dafür zu reservieren. Versucht ihr auch regelmässig Zeitfenster zu blockieren, um zum Beispiel an digitalen Meetings teilzunehmen? Kürzlich habe ich mir eine Skype Session zum Thema „Agile Organisationen“ vorgemerkt. Aber solche reservierte Zeiteinheiten werden in meiner Agenda leider oft durch dringliche Arbeiten überschrieben. Kennt ihr das auch?

Ok, wenn es in den Randstunden nicht klappt, dann eben am Wochenende. Wieder Fehlanzeige, weil auch hier genügend Zeit ein Luxus ist – denn in der Freizeit wollen auch die Familie, Kollegen oder der Rasen gepflegt werden.

Ist das nicht alles einfach eine Frage der Priorität? Sicher doch, aber Zeit für längere Ausbildungen einzuplanen, ist definitiv schwieriger als für kurze Lerneinheiten. Genau für diese Herausforderung bietet das „Microlearning“ eine Lösung an. Das ist der neue Zauberbegriff für vielbeschäftigte Menschen, um unser Wissen trotz knapper Zeit laufend aktuell zu halten. Unter „Lernhäppchen“ versteht man das Lernen in kleinen Einheiten – in der Regel sind diese nur ein paar Minuten lang.

Tönt ja alles gut, aber meine Suche nach einem Microlearning Angebot für „Agile Organisationen“ hat leider in der Suchmaschine zu keinem  Treffer geführt. Aber halt – diese Reaktion war wohl etwas gar mechanisch. Kann nicht jeder aufgenommene Lerninhalt durch uns selbst in passende individuelle Lerneinheiten aufgeteilt werden? Klar doch. Und die erneute Suche ohne „Microlearning“ führte diesmal zu einem Treffer: Jutta Eckstein hatte an der Lean, Agile Scrum Konferenz 2018 einen Vortrag zu diesem Thema gehalten .

Ausgezeichnet, dachte ich mir – bis zum nächsten Meeting habe ich noch 10 Minuten, da schau ich mir doch gleich den ersten Teil an. Und es kam wie es kommen musste: ich kam 5 Minuten zu spät zur  Sitzung, weil der Präsentationsstart spannend war und ich die Zeit vergass.

Als ich nach Arbeitsschluss am Bahnhof auf den Zug warten musste, verfolgte ich die nächsten 10 Minuten vom Referat auf dem Handy weiter.  Den Vortrag in meine eigenen individuellen Lernhäppchen je nach Tagesverlauf aufzuteilen, klappte wunderbar. Ab und zu musste ich zwar ein paar Stellen wiederholen, weil ich den vorangehenden Teil nicht mehr präsent hatte. Aber das führte zu einer positiven Nebenwirkung, weil ich dadurch in der Folge dem Vortrag konzentrierter zuhörte.

Das personalisierte Microlearning funktioniert für mich gut. Wie geht ihr mit diesem Thema um? Die Diskussion auf unserer CoLearning-Plattform ist eröffnet [Enrolment Key ist L-Nugget].

PS: übrigens, falls euer gewünschte Lerninhalt sich nirgendwo finden lässt: bitte nicht vergessen, dass CoLearning auch solche Aufnahme/Replay Services anbietet, zum Beispiel um Vorträge aufzunehmen. Vielleicht eine Gelegenheit um beim nächsten spannenden Referat mit dem Co-Learning Team rechtzeitig Kontakt aufzunehmen um die Präsentation aufzunehmen und so einem erweiterten Publikum zugänglich zu machen?


PPS:
Connective Learning ist ein nicht gewinnorientierter Verein zur Förderung von lebenslangem Lernen.

Der CoLearning Space, unsere öffentliche Learning-Plattform.