Online unterrichten – Gruppenarbeiten

Gruppenarbeiten sind ein zentrales Element in der Didaktik und dürfen auch im Online-Unterricht nicht fehlen. Online-Gruppenarbeiten fordern sowohl von der Lehrperson als auch von den Studierenden ein hohes Mass an digitaler Kompetenz. Dieser Blog-Post zeigt ein Beispiel einer erfolgreichen Gruppenarbeit.

Geplant war eine Gruppenarbeit mit Dreier- oder Vierergruppen und je zwei Aufgaben. Findet der Unterricht vor Ort statt, dann bringe ich jeweils Posters mit, die ich im Raum aufhänge und die Gruppen damit arbeiten lasse. Als Dozentin bewege ich mich zwischen den Gruppen, höre zu und diskutiere Fragen. Die Posters hatte ich zu Beginn des Semesters – noch vor dem Lockdown –  vorbereitet.

Die Vorbereitung des Online-Unterrichts ist zeitintensiver als für den Vor-Ort-Unterricht und so habe ich die Posters kurzerhand fotografiert. 

Jetzt gilt es, die Technik vorzubereiten – ein Extra-Schritt in der Vorbereitung (siehe Bild).

Schematische Darstellung der Systemlandschaft für Online Gruppenarbeit in der Erwachsenenbildung

Das Learning Management System ist der zentrale Startpunkt. Warum ich das schreibe: Bedingt durch den Lockdown, trifft sich die ganze Welt jetzt online. Viele verlangen gar, dass man möglichst anonym oder unter irgendeinem falschen Namen und kostenlos an Webinaren teilnehmen könne. Software wie Zoom und Jitsi sind hoch im Kurs, weil sie genau dies ermöglichen und Viele experimentieren munter im neu entdeckten virtuellen Raum. Übertragen ins reale Leben bedeutet dies, dass wir irgendwo im Bahnhof beim Treffpunkt einen Vortrag halten und jeder der vorbeikommt darf zuhören und mitreden. Das ist sicher nicht ein Setting, das sich für die Erwachsenenbildung eignet. Hier findet der Unterricht in in geschlossenen Gruppen statt. Und dies wird im virtuellen Raum mit Hilfe des Learning Management Systems ermöglicht.

Die Studenten sind im System registriert, in Klassen eingeteilt und finden neben vielem Kursmaterial auch den Zugang zum Webinarraum. Dieser ist ausschließlich für die Klasse zugänglich, so wie das ja im normalen Unterricht auch der Fall ist.

Die Gruppen sollen in der Lektion gemeinsam zwei Fragen erarbeiten und Ergebnisse dazu präsentieren. Als Online-Dozentin möchte ich die Gruppen besuchen können und ständig auch einen Überblick über den Gesamtfortschritt der Klasse haben – ganz so wie ich das im Vor-Ort-Unterricht auch machen kann.

Der Einsatz eines cloud-basierten Dokument Sharing Systems erweist sich als praktisch. Das kann Google Drive sein oder, Microsoft OneDrive oder etwas ähnliches. Wichtig ist, dass mehrere User gleichzeitig ein Dokument bearbeiten können und die anderen Gruppenmitglieder die Änderungen gleich sehen. Und natürlich sollten die Zugriffsrechte auf die Dokumente gesteuert werden können. Schließlich hänge ich meine didaktischen Posters auch nicht im Bahnhof beim Treffpunkt auf und lasse die Passanten darauf zeichnen.

Die Aufgabenstellung erarbeite ich in einer (Powerpoint) Präsentation in der Cloud. Die Fotos der Posters kopiere ich hier ein und die Aufgabenstellung schreibe ich daneben. Für dieses Setting ist es wichtig, dass die Gruppen im gleichen Dokument Ergebnisse darstellen sollen. 

Ich weiss, wie gross die Klasse ist und erstelle also eine ausreichende Anzahl Kopien von diesem Dokument, setzte die Berechtigungen und merke mir die Links.

Während der Lektion kommen wir jetzt zum Punkt der Gruppenarbeit. Die Webinarsoftware erlaubt mir die Gruppeneinteilung. Ich besuche die Gruppen nacheinander und kopiere in den Chat den Link zum Dokument, das ich für die jeweilige Gruppe vorbereitet habe. 

In dieser Klasse waren vier Gruppen. Auf dem großen Bildschirm öffne ich jetzt alle vier Dokumente und teile den Bildschirm übersichtlich auf (siehe Bild).

Auf dem kleinen Bildschirm des Laptops lasse ich das Management der Breakout Rooms. So kann ich zwischen den Gruppen navigieren.

Das cloudbasierte Dokument Sharing Systems erlaubt es nicht nur den Mitgliedern der einzelnen Gruppen, gemeinsam an den Aufgaben zu arbeiten, auch ich als Online-Dozentin erhalte mit dieser Bildschirmaufteilung die Gelegenheit, die Klasse als Gesamtes im Blick zu halten. Nach und nach entwickeln sich verschiedene Lösungen. In einer Gruppe bewegt sich nichts – also besuche ich die Gruppe und helfe weiter. Eine andere Gruppe scheint mit der ersten Aufgabe fertig zu sein, also gehe ich in deren virtuellen Raum und wir besprechen das Ergebnis. Die Gruppen können mich auch rufen, das sehe ich auf der Management-Konsole. Würde sich eine Gruppe im Lösungsansatz “verirren”, so würde ich das auf diese Weise auch bemerken und könnte die Gruppe rechtzeitig unterstützen.

So gelingt Gruppenarbeit auch im virtuellen Raum. Zudem erhalten die Studierenden die Möglichkeit, sich trotz räumlicher Distanz auch wieder einmal persönlich auszutauschen.

Die hier geschilderte Gruppenarbeit habe ich im Rahmen des Moduls “Big Data und NoSQL” an der FFHS (Fernfachhochschule Schweiz) durchgeführt. Die Erkenntnisse daraus lassen sich auf jede Bildungseinrichtung in der Erwachsenenbildung übertragen, die online Unterricht durchführt. 

Die Dozierenden der FFHS verfügen über langjährige Erfahrung im Fernunterricht und ich möchte an dieser Stelle den Kolleginnen und Kollegen für den regen Erfahrungsaustausch danken.

Der nächste Beitrag folgt in Kürze.

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